Wirbel um „Bekennerschreiben“ im Fall Ursula Herrmann

Vier Jahrzehnte nach dem Tod der entführten Schülerin Ursula Herrmann aus Eching am Ammersee sorgt der Fall einmal mehr für Wirbel. Bereits im November haben einige Medien und die Ermittlungsbehörden ein angebliches Bekennerschreiben erhalten.

Die Augsburger Staatsanwaltschaft geht nach Angaben vom Mittwoch davon aus, dass der noch unbekannte Verfasser eine namentlich genannte Person mit dem Schreiben als Entführer belasten will. Konkrete Hinweise auf einen echten weiteren Täter in dem Fall gebe es nicht.

Die Entführung der zehnjährigen Ursula im Jahr 1981 am Ammersee gehört zu den aufsehenerregendsten Verbrechen der deutschen Nachkriegsgeschichte. Das entführte Mädchen wurde damals in einer vergrabenen Kiste eingesperrt, es erstickte.

Erst nach 27 Jahren wurde ein Beschuldigter festgenommen und dann wegen erpresserischen Menschenraubs mit Todesfolge zu lebenslanger Haft verurteilt. Er bestreitet, der Entführer zu sein. Bis heute gibt es Zweifel, ob der Richtige verurteilt wurde oder ob es Mittäter gab.

Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai sagte, dass das sogenannte Bekennerschreiben geprüft werde. Auch Rechtsanwalt Joachim Feller, der den Bruder von Ursula Herrmann vertritt, geht wie die Staatsanwaltschaft von keinem echten Bekennerschreiben aus. «Das Schreiben ist in sich sehr schlüssig. Insoweit bleiben natürlich Restzweifel, ob der Verfasser des Bekennerschreibens gegebenenfalls Insiderwissen hat», zitiert die «Augsburger Allgemeine» den Anwalt.